Kreidezähne (MIH) bei Kindern, zahlt die Versicherung?
Kreidezähne werden medizinisch als Molar-Inzisor-Hypomineralisation (MIH) bezeichnet und betreffen schätzungsweise 15–20 % aller Kinder. Der Zahnschmelz ist nicht ausreichend mineralisiert, dadurch porös, weich und besonders kariesanfällig. Betroffen sind meist die ersten bleibenden Backenzähne und Schneidezähne.
Was kostet die Behandlung? Je nach Schweregrad reichen die Behandlungen von Versiegelungen über Füllungen und Kronen bis zur Extraktion mit späterer Implantatversorgung. Die Kosten summieren sich schnell auf mehrere Hundert bis über 1.000 Euro pro Zahn.
Was zahlt die Versicherung? Die gesetzliche Kasse erstattet nur die einfachste Versorgung. Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt hochwertige Füllungen, Kronen und notwendige Prophylaxemaßnahmen.
Wichtig: Den Tarif abschließen, bevor Kreidezähne diagnostiziert werden. Danach können Leistungen für bereits bestehende Schäden ausgeschlossen sein.
Nicht angelegte Zähne (Hypodontie) – wenn bleibende Zähne fehlen
Bei einer Hypodontie sind bestimmte bleibende Zähne von Geburt an genetisch nicht im Kiefer angelegt. Schätzungsweise 8 % der Kinder sind von dieser Zahnunterzahl betroffen. Da die Milchzähne zunächst normal durchbrechen, fällt das Fehlen oft erst beim Zahnwechsel oder auf einem Röntgenbild auf.
Was kostet die Behandlung? Da verbleibende Milchzähne meist vorzeitig ausfallen, muss die Lücke geschlossen werden, um Zahnverschiebungen zu verhindern. Dies geschieht entweder durch einen kieferorthopädischen Lückenschluss oder später durch ein Implantat mit Krone. Die Kosten für ein solches Implantat belaufen sich schnell auf 2.000 bis 3.000 Euro.
Was zahlt die Versicherung? Die gesetzliche Kasse zahlt für Implantate in der Regel nicht. Eine private Zahnzusatzversicherung übernimmt die Kosten für Kieferorthopädie und hochwertigen Zahnersatz.
Wichtig: Schließen Sie den Tarif ab, bevor die Nichtanlage vom Zahnarzt diagnostiziert und dokumentiert wird. Angeratene Zahnersatzbehandlungen sind meist vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.
Mehr Informationen zu Ursachen und Tarifen finden Sie auf unserer Spezialseite Hypodontie – Wenn Zähne von Geburt an fehlen.
Zahnunfälle bei Kindern – wenn Spielen plötzlich teuer wird
Ob auf dem Fußballplatz, beim Fahrradfahren oder auf dem Schulhof, Kinder sind aktiv und Unfälle passieren. Am häufigsten sind die vorderen Schneidezähne bei Stürzen betroffen. Ein abgebrochener oder komplett ausgeschlagener Zahn ist nicht nur ein Schock, sondern zieht oft eine jahrelange Behandlung nach sich.
Was kostet die Behandlung? Die Erstversorgung nach einem Unfall ist meist nur der Anfang. Oft bricht die Wurzel, stirbt der Nerv ab oder der Zahn geht ganz verloren. Hochwertige Füllungen, Kronen, Wurzelbehandlungen oder eine spätere Implantatversorgung zum dauerhaften Lückenschluss summieren sich schnell auf mehrere Tausend Euro.
Was zahlt die Versicherung? Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bei Unfällen zwar die Notfallversorgung, bei ästhetisch anspruchsvollem Zahnersatz (wie zahnfarbenen Kronen im sichtbaren Frontzahnbereich) oder Implantaten zahlen Eltern jedoch kräftig drauf. Eine gute Zahnzusatzversicherung deckt diese Kosten sowie optionale Narkoseleistungen komplett ab.
Wichtig: Ein Zahnunfall passiert ohne Vorwarnung. Ist der Sturz erst einmal passiert und in der Patientenakte dokumentiert, leistet keine Versicherung mehr rückwirkend für diesen Unfall. Zudem verzichten viele Tarife bei echten Unfällen auf die sonst üblichen Wartezeiten. Vorausgesetzt, der Vertrag bestand bereits vor dem Sturz.