Zahnzusatzversicherung Steuererklärung

Spätestens bei der Einkommensteuerklärung kommt Versicherten der Gedanke: Zahnzusatzversicherung Steuererklärung? Ist eine Zahnzusatzversicherung steuerlich absetzbar? Ja das geht: Alle privaten Zusatzversicherungen, die der Vorsorge dienen, können von der Steuer abgesetzt werden, so auch Ausgaben für eine Zahnzusatzversicherung.

Einzige Voraussetzung: Sie müssen in Deutschland uneingeschränkt steuerpflichtig sein. Je nach Personengruppe (Angestellte, Selbstständige, Rentner, Beamte oder Studenten) können Sie also Ihre private Zusatzversicherung in unterschiedlicher Höhe als Sonderausgabe steuermindernd ansetzen.

  • Grundsätzlich kann jeder seine private Zahnzusatzversicherung in der Einkommensteuer geltend gemacht, der in Deutschland uneingeschränkt steuerpflichtig ist.
  • Die Höchstbeträge variieren je nach Personengruppe (u.a. Angestellte, Selbständige, Rentner, Beamte).
  • Die Absetzungsgrenzen werden oftmals bereits durch die Beiträge für die Kranken-, Arbeitslosen und Pflegeversicherung voll ausgeschöpft.
  • Geringverdiener profitieren am ehesten von der steuerlichen Absetzbarkeit von privaten Zusatzversicherungen.
  • Zahnbehandlungen können unabhängig von einer bestehenden Zahnzusatzversicherung als »Außergewöhnliche Belastungen« angesetzt werden

In welcher Höhe ist eine Zahnzusatzversicherung steuerlich absetzbar?

Wir haben Ihnen hier die jährlichen Höchstbeträge für sonstige Vorsorgeaufwendungen der verschiedenen Personengruppen übersichtlich aufgelistet. Sie sehen den vom Gesetzgeber gedeckelten Höchstbetrag, der absetzbaren Beiträge für private Zusatzversicherungen.

  • 5.600 Euro für Ehepartner (beide selbstständig)
  • 4.700 Euro für Ehepartner (einer selbstständig und der andere angestellt)
  • 3.800 Euro für Ehepartner (beide im Angestelltenverhältnis)
  • 2.800 Euro für unverheiratete Selbstständige
  • 1.900 Euro für unverheiratete Angestellte

Der Haken! In den meisten Fällen ist der in der Steuererklärung maximal anzusetzende Betrag bereits durch die abzuführenden Sozialversicherungsbeiträge für Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung voll ausgeschöpft.

Prüfen sollte man es trotzdem, gerade Geringverdiener, Studenten, aber auch Ehepaare mit einem geringverdienendem Partner nutzen den Höchstbetrag oft nicht aus.

Zahnzusatzversicherung in der Steuerklärung angeben

Kann ich meine Zahnzusatzversicherung von der Steuer absetzen?

Aufgrund der oben aufgezeigten, niedrig bemessenen Höchstgrenzen verschaffen Zusatzversicherungen vielen Beschäftigten keinen großen Steuervorteil. Am ehesten lohnt es sich für Geringverdiener, bei geringverdienendem Partner oder Studenten, wie wir Ihnen nachfolgend in drei anschaulichen Rechenbeispielen darstellen möchten.

Geringverdiener über dem Höchstbetrag

Nehmen wir als Beispiel 1 einen Geringverdiener, der als junge Pflegekraft im Angestelltenverhältnis arbeitet. Nennen wir unseren Pfleger Karl. Karl ist Single und kinderlos und bekommt ein monatliches Einstiegsgehalt in Höhe von 1.600 Euro brutto. Mit diesem Gehalt ist sein monatlicher Arbeitnehmeranteil zur Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung rund 175 Euro. Summiert im Jahr macht dies 2.100 Euro aus.

Wie aus obiger Auflistung zu entnehmen ist, überschreitet er mit 2.100 Euro bereits die Höchstgrenze für alleinstehende Angestellte in Höhe von 1.900 Euro pro Jahr. Eine private Zahnzusatzversicherung mindert somit Karls Steuer nicht mehr, weil der Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen bereits ausgeschöpft ist.

Geringverdienendes Ehepaar unter dem Höchstbetrag

Ganz anders kann es sich aber im Beispiel 2 verhalten, wenn unser Pfleger Karl mit Blumenverkäuferin Inge verheiratet ist. Inge ist ebenfalls angestellt, verdient aber als Teilzeitkraft lediglich 1.100 Euro im Monat. Ihr monatlicher Arbeitnehmeranteil zur Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung beträgt rund 120 Euro. Im Jahr sind das insgesamt 1.440 Euro.

Wie Sie wiederum aus obiger Auflistung entnehmen können, ist die Höchstgrenze von zusammen veranlagten Ehepaaren im Angestelltenverhältnis 3.800 Euro. Zusammen gerechnet (2.100 Euro + 1.440 Euro) schöpfen Karl und Inge diesen Höchstbetrag noch nicht aus. Eine private Zusatzversicherung in Höhe von ca. 22 Euro im Monat würde sich zusätzlich steuermindernd für beide auswirken.

Geringverdienender unter dem Höchstbetrag

Und weil es gerade so schön ist, bleiben wir doch gleich mal bei unserer Blumenverkäuferin Inge. Lassen Sie uns als Beispiel 3 annehmen, Inge wäre nicht verheiratet und würde als kinderloser Single immer noch das gleiche Monatsgehalt (1.100 Euro) verdienen. Sie könnte im Jahr also noch weitere 460 Euro (=1.900 Euro – 1.440 Euro) von ihrem Höchstbetrag ausschöpfen und monatlich fast 40 Euro für eine Zahnzusatzversicherung steuermindernd ansetzen.

An welcher Stelle muss die Zahnzusatzversicherung in der Steuererklärung aufgeführt werden?

Die Beiträge zur Zahnzusatzversicherung gehören in Ihrer jährlich zu entrichtenden Einkommensteuererklärung in die »Anlage Vorsorgeaufwand«. Neben Ihren Beiträgen zur Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, können Sie hier auch Ihre Beiträge zur Zahnzusatzversicherung in der Steuererklärung aufführen.

Gesetzlich Krankenversicherte

  • Suchen Sie den Abschnitt „Beiträge zur inländischen gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung“
  • Der Eintrag gehört in das Feld: Über die Basisabsicherung hinausgehende Beiträge zu Krankenversicherungen (z. B. für Wahlleistungen, Zusatzversicherungen) abzüglich erstatteter Beiträge

Privat Krankenversicherte

  • Suchen Sie den Abschnitt „Beiträge zur inländischen privaten Kranken- und Pflegeversicherung“
  • Der Eintrag gehört in das Feld: Über die Basisabsicherung hinausgehende Beiträge zu Krankenversicherungen (z. B. für Wahlleistungen, Zusatzversicherungen) und / oder zu zusätzlichen Pflegeversicherungen abzüglich erstatteter Beiträge

Bleiben Sie ehrlich: Haben Sie in dem entsprechenden Jahr Versicherungsbeiträge von Ihrer Zahnzusatzversicherung erstattet bekommen? Dann sind Sie verpflichtet, diese Erstattungsbeträge von der Gesamtsumme Ihres Vorsorgeaufwands wieder abzuziehen.

Kann ich Zahnbehandlungen absetzen, auch wenn ich eine Zahnzusatzversicherung habe?

Das Finanzamt beteiligt sich indirekt an Ihren Kosten für Zahnbehandlungen. Dies ist unabhängig davon, ob Sie eine Zahnzusatzversicherung haben oder nicht. Ausgaben für teure Zahnbehandlungen wie etwa Kronen, Brücken oder Inlays sind aus Sicht des Fiskus „außergewöhnliche Belastungen“ für den Steuerzahler. Zusätzlich zu Ihren eigenen Zahnarztrechnungen dürfen Sie übrigens auch die für Ihre Kinder mit dazu addieren.

Wichtig: beachten Sie Ihren Selbstbehalt. Darunter versteht man die aus Sicht des Finanzamts „zumutbare Eigenbelastung“. Dieser ist abhängig von Ihrem Einkommen, Familienstand und der Zahl Ihrer Kinder. Je höher Ihr Jahreseinkommen, desto höher ist auch die Grenze des s.g. Unzumutbaren. Die effektive Steuerentlastung könnte nach Abzug des Selbstbehalt recht gering ausfallen. Rechnen Sie am besten genau nach. Wenn Sie mit Ihren Zahnarztrechnungen unter der zumutbaren Belastung bleiben, lohnt es sich erst gar nicht, sie in der Steuererklärung anzusetzen.

Wenn Sie größere Behandlungen beim Zahnarzt vornehmen, die sich zum Beispiel über mehr als ein Jahr hinziehen, ist es vielleicht lohnenswert, die Rechnungen hierfür innerhalb eines Steuerjahres zu entrichten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die zumutbare Belastungsgrenze überschritten wird, ist dadurch um einiges höher. Wichtig ist, dass Sie nur Ihren Eigenanteil geltend machen können. Leistungen, die Sie von Ihrer Zahnzusatzversicherung oder von der gesetzlichen Krankenkasse bereits erhalten haben, müssen Sie von der einzureichenden Summe abziehen.

Wie kann ich meinen Anteil der Zahnarztkosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen?

  • In erster Linie benötigen Sie natürlich eine korrekte Zahnarztrechnung, um die Kosten absetzen zu können.
  • In Ihrer Einkommensteuererklärung gibt es eine „Anlage Außergewöhnliche Belastungen“, wo Sie die Kosten eintragen können.
  • Auch die Kosten für zahnärztliche Medikamente sind absetzbar, wenn sie vom Arzt oder Heilpraktiker verschrieben wurden.
  • Übernachtungen, die im Rahmen einer zahnärztlichen Behandlung nötig sein könnten, sind ebenfalls absetzbar.
  • Kosten für Zahnspangen sowie kieferorthopädische Behandlungen zählen ebenfalls zu den außergewöhnlichen Belastungen.
  • Wichtig ist, dass Sie immer alle Rechnungen und Belege sorgfältig aufheben, falls das Finanzamt diesen Nachweis verlangt.

Fazit: Die Zahnzusatzversicherung in der Steuererklärung

Auch wenn uns das Finanzamt die Möglichkeit für die Absetzung einer privaten Zahnzusatzversicherungen in der Steuererklärung einräumt, profitieren nur Geringverdiener von dieser Möglichkeit. Aber Ihre private Zahnzusatzversicherung kann Ihnen natürlich trotzdem eine ganze Menge Geld sparen.

Betrachten wir als Beispiel ein 4.213 Euro teures Implantat inklusive Knochenaufbau und eine in Zahnfarbe verblendete Metallkrone aus dem Test von Zahnzusatzversicherungen von Stiftung Warentest (Ausgabe 04/2021). Ein Patient benötigt ein Implantat für einen fehlenden Zahn inklusive eines Knochenaufbaus. Dafür fallen Gesamtkosten in Höhe von 4.213 Euro an. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt nur 576 Euro für die keramikverblendete Metallkrone. 

In diesem Fall wäre der steuerlich ansetzbaren Eigenanteil 3.637 Euro. Was natürlich bedeutet, dass Sie diesen Betrag auch tatsächlich bezahlen müssten. Eine gute Zahnzusatzversicherung reduziert Ihre Kosten um 80 bis 100 Prozent.

Wenn das kein gutes Argument für eine Zahnzusatzversicherung ist? Rufen Sie uns gerne an, wir beraten Sie kostenfrei und unverbindlich.

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis:
Stand 05/2021, der Artikel gibt keine rechtsverbindlichen Auskünfte zu steuerlichen Auswirkungen. Dazu ist nur eine autorisierte Stelle wie z.B. das Finanzamt oder ein Steuerberater berechtigt.