Zahnprophylaxe – Zahnvorsorge

Sie wollen Ihr Leben lang Ihre Zähne so stark und gesund wie möglich erhalten? Sie möchten möglichst lange Ihre eigenen ursprünglichen Zähne behalten, damit Sie nicht auf Zahnersatz angewiesen sind? Das muss kein Traum bleiben – allerdings müssen Sie dafür auch etwas tun: Gute Zahnpflege. Und regelmäßige Zahnprophylaxe, sprich: Vorsorge. Was ist dabei für Sie drin? Sie haben wenig bis keine Kosten für Zahnersatz und kommen um langwierige und oft schmerzhafte Behandlungen herum. Sie können zudem auch Karies und Parodontitis in Schach halten – dazu sollten Sie Folgendes rund um die Themen Zahnpflege und Vorsorge wissen und beachten:

Gesunde Zähne durch regelmäßige Zahnvorsorge

Was passiert eigentlich in unserem Mund?

Unser Mundraum beherbergt Millionen von Mikroben, viele davon nützlich und unentbehrlich, um unsere Nahrung zu verdauen. Das sind also die „guten“ Bakterien. Die „schädlichen“ hingegen freuen sich über Zucker in unserer Nahrung. Sie ernähren sich davon, und leider wandeln sie dabei Zucker in Säure um. Diese wiederum greift unseren Zahnschmelz an, dieser wird porös und dass: Ein Kariesloch entsteht! Doch diese Bakterien machen dabei aber noch nicht halt. Sie attackieren auch das Zahnfleisch und lösen chronische Entzündungen wie Parodontitis oder Gingivitis aus. Das hat weitreichende Folgen, den dadurch können auch andere Organe geschädigt werden. Also – beugen Sie vor!

Wie kann der Arzt helfen?

Jeder Zahnarzt bietet Vorsorgeuntersuchungen an, diese sollten Sie am besten zwei Mal im Jahr nutzen. Die Kosten hierfür übernehmen die Krankenkassen. Bei dieser Untersuchung schaut sich der Zahnarzt Zähne und Zahnfleisch genau an und sucht nach Symptomen von Karies und Parodontitis. Wenn Sie regelmäßig zur Vorsorge gehen, kann man frühzeitig Anzeichen von Erkrankungen erkennen und behandeln. Dabei gilt: Je früher, desto besser. Außerdem schätzt der Arzt bei den Kontroll-Untersuchungen Ihr individuelles Karies- und Parodontitis-Risiko ein. Wichtige Faktoren sind zum Beispiel ihre Ernährungs- und Zahnputzgewohnheiten sowie eventuell vorhandene chronische Erkrankungen.

Der Arzt kann Sie hier gezielt beraten, wie Sie Ihr Risiko minimieren können. Vorsorgend helfen kann hier eventuell auch eine Fluoridierung der Zähne mit speziellen Gelen oder Lacken. Er kann diese beim Arztbesuch direkt auftragen und so Ihre Zähne nachhaltig vor Karies schützen. Übrigens: Natürlich haben auch Kinder Anspruch auf ärztliche Kontrolluntersuchungen zur Zahnprophylaxe. Ab einem Alter von zweieinhalb Jahren bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr können Kinder drei Mal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung. Danach zahlen die Krankenkassen die auch bei Erwachsenen üblichen halbjährlichen Zahnprophylaxe-Untersuchungen.

Fissurenversiegelung

Bei Milch- oder bleibenden Zähnen werden diese nach einer gründlichen Reinigung und Trockenlegung mit Kunststoff versiegelt. Besonders bei Kindern empfehlen Zahnärzte diese so genannte Fissurenversiegelung. Das Versiegeln von kleinen Rissen und Grübchen an den Kauflächen der besonders kariesgefährdeten Backenzähne kann die bleibenden kindlichen Zähne für viele Jahre vor Karies schützen. Die Fissurenversiegelung der bleibenden 8 Backenzähne (auch Molaren genannt) sind für alle 6 bis 17-jährigen Patienten eine Kassenleistung. Außerhalb dieser Altersgrenzen oder für Versiegelungen der restlichen bleibenden Zähne ist dies eine Privatleistung, die vom Patienten selbst bezahlt werden muss.

Fluoridierung

Fluoride schützen – neben dem regelmäßigen und gründlichen Zähneputzen – am wirkungsvollsten vor der Entstehung von Karies. Das Spurenelement Fluor wird hierbei als vorbeugende Maßnahme und Schutz eingesetzt. Sie kann leichtere oder bereits bestehende Zahnschädigungen durch Karies zum Stillstand bringen. Für eine Vorsorge spielen Zinnfluorid, Natriummonofluorphosphat und Aminfluorid eine wesentliche Rolle. Fluoride sind Salze der Fluorwasserstoffsäure.

Durch die Behandlung reagiert die Zahnschmelzoberfläche mit dem Fluorid und erhärtet die Zahnoberfläche. Die dadurch entstandene Deckschicht schützt vor bakteriellen Angriffen, dämmt deren Wachstum ein, und zusätzlich nimmt die Säureempfindlichkeit der Zähne ab. Fluorid kann durch Tabletten und Speisesalz eingenommen werden, oder durch die Verwendung von spezieller Zahnpasta. Auch können Fluoridlacke-, Gele und Lösungen auf die Zähne aufgebracht werde. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Fluoridierung nur bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Professionelle Zahnreinigung (PZR)

An manche Stellen im Mund kommt man mit normalen Mitteln wie Zahnbürste oder Zahnseide nur sehr schwer ran, hier helfen professionelle Instrumente zur Reinigung weiter. Im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung beim Zahnarzt können auch hartnäckige Beläge an schwierigen Stellen im Mund beseitigt werden. Keine Sorge: Eine professionelle Zahnreinigung tut nicht weh. Meist führt der Zahnarzt selbst oder speziell ausgebildete Dentalhygieniker bzw. Zahn-Prophylaxe-Assistenten diese durch.

Damit die professionellen Zahnreinigung den gewünschten Effekt hat, empfehlen viele Experten, eine PZR zweimal im Jahr durchführen zu lassen. Viele private und gesetzliche Krankenkassen übernehmen übrigens zumindest einen Teil der hier entstehenden Kosten, es lohnt sich also, bei der Krankenkasse gezielt nachzufragen.

Zahnprophylaxe durch eine professionelle Zahnreinigung

Zahnprophylaxe (Vorsorge): Was können Sie selber für gesunde Zähne tun?

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie Sie selbst gute Zahnprophylaxe betreiben können. Wichtig sind hier vor allem eine gute Mundhygiene sowie die richtige häusliche Zahnpflege. Hier einige Tipps:

Karies- und Parodontitis-Bakterien leben hauptsächlich von bakteriellem Zahnbelag, auch Plaque genannt. Plaque besteht aus Nahrungsresten und abgestorbenen Zellen. Um diesen Zahnbelag loszuwerden, sollte man ihn täglich entfernen, da er sich nach jedem Essen neu bildet.

Eine gute Mundhygiene lohnt sich

Das Wichtigste ist eine tägliche, gründliche und richtige Zahnpflege zuhause: Zweimal am Tag Putzen mit einer guten Zahnbürste und einer fluoridhaltige Zahnpasta. Sehr gut wäre eine zusätzliche Reinigung der Zahnzwischenräume – dafür gibt es Zahnseide oder so genannte Interdentalbürstchen. Alternativ kann man auch eine medizinische Mundspülung verwenden. Wichtig dabei: Sie sollte entweder eine Zinn-/Aminfluoridverbindung oder Chlorhexidin enthalten, denn nur diese Stoffe wirken nachweislich keimtötend.

Zahngesunde Ernährung

Bei der Zahngesundheit spielen auch Essen und Trinken eine wichtige Rolle. Kauen Sie bissfeste Nahrungsmittel wie Getreideprodukte, Gemüse, Obst und Salat lange und gründlich. Warum? Kauen regt den Speichelfluss an und dieser neutralisiert wiederum die gefährlichen Säuren im Mund. Zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke liefern hingegen den Bakterien den Nährboden, den sie zum Leben brauchen: Säure. Wenn Sie doch einmal der Heißhunger überfällt: Versuchen Sie es Ihren Zähnen zuliebe mit Lebensmitteln, die Zuckerersatzstoffe enthalten. Die beliebten Fruchtsäfte und Smoothies sind übrigens aufgrund der enthaltenen Säure ebenfalls nicht optimal. Nehmen Sie diese Getränke daher nur eingeschränkt zu sich und spülen Sie möglichst den Mund hinterher mit Wasser aus.

Ausreichend Fluorid aufnehmen

Wissenschaftlichen Studien zufolge schützt Fluorid die Zähne vor Karies. Deshalb empfehlen Mediziner für eine wirksame Prophylaxe die Reinigung der Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahncreme. Fluorid findet sich aber auch teilweise in fluoridiertem Speisesalz oder auch in manchen Mineralwassern. Achten Sie aber drauf, dass Sie eine Überdosierung vermeiden.

Übergewicht vermeiden

Wussten Sie, dass Fettzellen entzündungsfördernde Stoffe produzieren? Übergewichtige haben daher ein erhöhtes Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Wenn Ihnen Ihre Zähne wichtig sind, achten Sie also am besten auch auf Ihr Gewicht.

Nicht rauchen

Nikotin verengt die Gefäße im Mundraum, daher haben Raucher ebenfalls ein erhöhtes Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Das Zahnfleisch wird schlechter durchblutet und versorgt, damit sinkt die Abwehrkraft und das Zahnfleisch wird anfälliger für Angriffe von Bakterien. Zudem beschleunigt Nikotin bei bereits vorhandenen Parodontitis den Abbau des Kieferknochens.

Allgemein gesund leben

Eine geschwächte Immunabwehr erhöht ebenfalls das Risiko für Parodontitis. Daher sollten Sie ihr Immunsystem stärken – etwa durch ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung sowie eine ausreichende Vitaminzufuhr. Studien zufolge werden Zahnfleischerkrankungen übrigens auch durch Krankheiten wie Diabetes oder Osteoporose begünstigt. Diabetiker etwa sollten dringend darauf achten, dass ihre Blutzuckerwerte gute eingestellt sind. Und Patienten mit Osteoporose können Zahnfleischentzündungen mit der Einnahme von Calcium und Vitamin D vorbeugen.