Zahnbehandlungen – was gehört dazu?

Professionelle Zahnreinigung

Professionelle Zahnreinigung ( PZR ) ist ein Hauptbestandteil der zahnmedizinischen Prophylaxe. Man versteht darunter eine mechanische Reinigung der Zähne, die deutlich über das hinausgeht, was jeder Mensch selbst täglich erledigen kann. Hierbei handelt es sich um keine Kassenleistung. Die Kosten für die professionelle Zahnreinigung bei erwachsenen müssen aus eigener Tasche getragen werden. Viele Zahnzusatzversicherungen übernehmen diese Kosten zu 100% und zum Teil auch mehrmals pro Jahr. Testen Sie unseren Zahnzusatzversicherung Vergleich um die Erstattungen zu vergleichen.

Kunststofffüllungen

Bei kleineren, durch Karies entstandenen Löchern greifen Zahnärzte gerne zu einer Kunststofffüllung. Die gesetzliche Krankenkasse erstattet hier nur etwa 30 €. Dies sind die Kosten die bei einer Amalgamfüllung angefallen wären (Regelversorgung). Da Kunststofffüllungen in der Regel ca. 100-200 Euro kosten (je nach Größe), muss ein Großteil der Kosten aus eigener Tasche bezahlt werden. Viele Zahnzusatzversicherungen übernehmen diese Kosten zu 100%.

Wurzelbehandlung

Jeder Zahn hat im Inneren ein eigenes kleines Organ, das von Blut- und Nervengefäßen versorgt wird. Tiefe Karies, aber auch andere Einflüsse können zu einer Entzündung führen, die den Kieferknochen auflöst. Bei einer Wurzelbehandlung wird unter örtlicher Betäubung eine Öffnung in den Zahn gebohrt, daraufhin wird der Kanal in der Wurzel gereinigt. Nach erfolgreicher Behandlung wird der Zahn durch eine Füllung oder Krone abgedichtet und stabilisiert.

Eine Wurzelbehandlung wird von der gesetzlichen Krankenkasse nur noch bezahlt, wenn hierdurch eine geschlossene Zahnreihe erhalten werden kann oder der Erhalt von funktionstüchtigem Zahnersatz nur durch diese Maßnahme möglich ist. Ist der Erfolg einer Wurzelbehandlung zweifelhaft, haben Sie keinen Leistungsanspruch gegenüber Ihrer Krankenkasse. Sie haben nun zwei Möglichkeiten, entweder wird der Zahn gezogen, oder Sie tragen die Kosten der Wurzelbehandlung aus eigener Tasche. Alternativ übernehmen viele Zahnzusatzversicherungen die Behandlungskosten für Wurzelbehandlungen.

Parodontitis

Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates und wird durch Bakterien und durch die Entzündungsreaktion des Körpers ausgelöst. Durch diese chronische Entzündung wird der Kieferknochen zerstört. Dies kann im fortgeschrittenen Stadium zu Zahnverlust führen. Eine Parodontitis beginnt immer mit einer Zahnfleischentzündung. Anzeichen für Parodontitis kann häufiges Zahnfleischbluten sein. Aber auch Änderungen der Zahnstellung, länger werdende und gelockerte Zähne, Mundgeruch sowie gelegentlich auftretende Schmerzen sind Anzeichen einer Parodontitis.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) leistet für Parodontalbehandlungen nur noch bei einer Taschentiefe von mehr als 3,5 mm. Natürlich ist es sinnvoll, die Paradontalbehandlung schon früher zu beginnen (soweit diese frühzeitig erkannt wird), da hier die Heilungsmöglichkeiten wesentlich besser stehen. Wird die Parodontitis jedoch schon im frühen Stadium behandelt, werden die Kosten nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, die anfallenden Kosten müssen privat getragen werden. Viele Zahnzusatzversicherungen übernehmen jedoch die Kosten für Paradontalbehandlungen, wenn die Krankenkasse für die Kosten nicht aufkommt.

Kieferorthopädie

Im kieferorthopädischen Bereich wird zwischen fünf Behandlungsbedarfsgraden unterschieden, auch KIG-Stufen (kieferorthopädische Indikationsgruppen) genannt. Bei Kindern bis zum 18. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung wenigstens noch die Kosten für die Behandlungsstufen 3, 4 und 5, da diese als behandlungsbedürftig eingestuft werden. Wird die Zahnfehlstellung jedoch in die KIG-Stufe 1 oder 2 eingeordnet, beteiligt sich die Krankenkasse nicht mehr an den Kosten. Bei allen Personen über 18 Jahre werden kieferorthopädische Behandlungen generell nicht mehr übernommen (ausgenommen bei Unfall).

Es gibt auch nur wenige Zahnzusatzversicherungen, die für kieferorthopädische Kosten aufkommen. Hierunter fällt unter anderem die CSS Zahnzusatzversicherung, die ARAG Zahnzusatzversicherung und die uniVersa Zahnzusatzversicherung.

Knirscherschienen (Aufbiss-Schienen)

Eine Aufbiss-Schiene oder Knirscherschiene ist eine individuell angefertigte Kunststoffschiene. Sie wird über Nacht auf den Zähnen getragen. Hierdurch wird das Knirschen der Zähne, das übermäßige Zusammenpressen der Zahnreihen, sowie weitere Abnutzungen der Zähne gezielt verhindert. Aufbiss- und Knirscherschienen fallen unter den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse (GKV). Eventuell entstehende Kosten einer Funktionsanalyse werden von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen.

Fissurenversiegelung

Als Fissuren bezeichnet man die feinen, bis 5 Millimeter tiefen Grübchen und Rillen auf den Kauflächen der Backenzähne. Diese Rillen und Grübchen bilden häufig für Karies einen einen guten Nährboden, da sich dort vermehrt zahnschädigende Bakterien ansiedeln können, die teilweise von der Zahnbürste sehr schwer erreichbar sind, wenn die Grübchen zu tief und zu eng sind. Bei der Fissurenversiegelung werden zunächst die Kauflächen besonders gründlich gereinigt und daraufhin mit Kunststoff geglättet und die erneute Ansammlung von Bakterien so verhindert.

Fluoridierung

Fluoride schützen – neben dem regelmäßigen und gründlichen Zähneputzen – am wirkungsvollsten gegen die Entstehung von Karies. Durch die Behandlung der Zähne mit Fluorid, wird der Zahnschmelz gestärkt und die Zähne gegen schädliche Säuren im Mund geschützt. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Fluoridierung nur bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.