Zahnprothesen als Zahnersatz

Was ist denn eigentlich eine Zahnprothese? Letztlich ein teilweiser oder voller Zahnersatz für einen Zahn oder eine Zahnreihe, gefertigt aus Metall oder Kunststoff. Das Ganze gibt es fest verankert oder aber herausnehmbar. Zahnprothesen ermöglichen Patienten, trotz mehrfachem Zahnverlust oder Zahnlosigkeit wieder normal sprechen und kauen zu können. Für die Betroffenen ein deutlicher Beitrag zur Lebensqualität. Es gibt so genannte Totalprothesen und Teilprothesen, Letztere werden dann verwendet, wenn noch genügend eigene Zähne vorhanden sind.

Problematisch sind die Kosten: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt lediglich einen festgelegten staatlichen Festzuschuss. Die restlichen Kosten, besonders bei hochwertigeren Teil- oder Vollprothesen, übersteigen leider sehr schnell den Festzuschuss der GKV. Gerade im Alter lohnt sich daher eine Zahnzusatzversicherung, die vor diesen Kosten schützt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bessere Versorgung einerseits, andererseits lässt sich durch die Versicherung schnell bares Geldsparen – oft sogar mehrere Tausend Euro.

Welche Arten von Zahnprothesen gibt es und in welcher Situation werden sie angewendet?

Die verschiedenen Prothesen-Arten lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Teilprothesen und Totalprothesen. Teilprothesen kommen zum Einsatz, wenn im Oberkiefer oder Unterkiefer noch einige intakte Zähne vorhanden sind. Bei völliger Zahnlosigkeit oder sehr instabiler Restbezahnung, kommen nur noch Totalprothesen zum Einsatz. Man sollte sich hier ausführlich beim Zahnarzt beraten lassen, damit eine bestmögliche individuelle Lösung gefunden werden kann. Betroffene einer Zahnprothese, stoßen früher oder später auf folgende Fachbegriffe die letztendlich über den Typ der Prothese entscheiden:

Restbezahnung
Das bedeutet, dass sich nur noch recht wenige Zähne im Mund befinden. Wenn diese noch stabil sind, kann man eine Teilprothese verwenden, die an den Restzähnen befestigt wird.

Freiendsituation
Wenn am Ende einer Zahnreihe im Oberkiefer oder Unterkiefer einer oder mehrere Zähne fehlen, so ist diese nach hinten „frei“. Sprich: Es ist hinter der Lücke kein weiterer Zahn mehr.

Doppelkrone
Das sind Befestigungsmöglichkeiten für Zahnprothesen. Verbliebene Zähne werden dabei abgeschliffen und so überkront, dass eine Prothese genau darauf passt und sie so fest im Mund verankert werden kann.

Zahnimplantat
Das sind künstliche Zahnwurzeln, die mit Kronen oder Brücken versehen werden können. Man braucht sie, wenn keine andere Befestigungsmöglichkeit für Zahnimplantate gefunden werden kann.

Welche Zahnprothese ist die richtige für mich?

Das Wichtigste zuerst: Die Auswahl einer geeigneten individuellen Zahnprothese, sollte man ausführlich mit dem Zahnarzt beraten. Denn es macht einen großen Unterschied, warum mehrere oder alle Zähne fehlen – ob durch Unfall, Zahnerkrankungen oder aufgrund des Alters. Auf Basis dieser Entscheidung nimmt der Zahnarzt dann Kiefer- und Gebissabdrücke und lässt den Zahnersatz dann in einem Dentallabor von Spezialisten anfertigen.

Es gibt ganz unterschiedliche Zahnprothesen – je nach Ausgangssituation der Zähne, gewünschtem Zahnersatz oder Kosten. Die gängigsten Modelle sind:

Tele­skop­pro­these

Eine Teleskopprothese kann Ihnen der Zahnarzt einsetzen, wenn Sie noch einige gesunde und stabile Zähne besitzen. Diese müssen allerdings abgeschliffen werden, wodurch ein Teil der Zahnsubstanz verloren geht. Die so entstehenden sogenannten Pfeilerzähne werden dann mit einer speziellen Prothese „überkront“. Dabei wird diese über die Pfeilerzähne gestülpt und hält dadurch fest.

Geschie­be­pro­these

Geschiebeprothesen sind Zahn-Teilprothesen, die sich auch für Freiendsituationen eignen. Sie werden mithilfe eines Stecksystems an den noch vorhandenen Zähnen befestigt. Dafür müssen mindestens zwei der Zähne bereits überkront sein oder werden, sodass sich der eine Teil des Stecksystems an ihnen befestigen lässt. Häufig sind die Kronen auch miteinander verblockt, um der Prothese den nötigen Halt zu bieten.

Klam­mer­pro­these

Auch bei der Klammerprothese handelt es sich um eine Zahn-Teilprothese. Diese lässt sich relativ einfach und kostengünstig befestigen und eignet sich vor allem für den Ersatz einzelner oder weniger, nebeneinander fehlender Zähne. Zudem braucht Ihr Zahnarzt keine Nachbarzähne abzuschleifen. An diesen werden lediglich Metallklammern befestigt, welche die Zahnprothese halten. Einen Nachteil gibt es dennoch: Die gesunden Zähne müssen eine höhere Belastung aushalten und könnten sich schlimmstenfalls lockern.

Klas­si­sche Zahn-Voll­pro­these

Eine herkömmliche Zahn-Vollprothese besteht aus einem zahnfleischfarbenen Kunststoffteil und Zähnen aus Kunststoff oder Keramik, wobei Keramik die hochwertigere, aber auch teurere Form ist. Die Prothese wird weder an verbliebenen Zähnen noch im Kieferknochen befestigt, sondern liegt direkt auf dem Kiefer auf. Durch den natürlichen Speichelfluss und entstehenden Unterdruck saugt sich die Prothese fest. Vor allem im Oberkiefer klappt das gut, da viele Modelle mit einer Gaumenplatte aus Kunststoff ausgestattet sind. Im Unterkiefer ist es schwieriger, da er und die Zunge ausreichend Bewegungsfreiheit benötigen und die Prothese deshalb rutschen kann.

Druck­knopf­pro­these

Eine Druckknopfprothese sitzt sehr fest im Mund, denn sie wird mit Druckknöpfen am Zahnfleisch angebracht. Die gegenseitigen Halteelemente bleiben dabei im Kiefer, auch wenn Sie die Zahnprothese herausnehmen. Diese Zahn-Vollprothese kommt zum Einsatz, wenn Sie keine ausreichend stabilen Zähne mehr haben oder Ihr Speichelfluss gestört ist.

Implantat getra­gene Zahn­pro­these

Nicht alle Betroffenen kommen mit einer herausnehmbaren Zahnprothese gut zurecht. Eine Alternative ist eine Prothese mit Zahnimplantaten als Stützen. Die künstlichen Zahnwurzeln werden in den Kieferknochen implantiert. Da es ein wesentlich größerer Eingriff in den Kiefer und viel teurer wäre, jeden Zahn durch ein Implantat zu ersetzen, nutzt der Zahnarzt die Implantate lediglich als Pfeiler, an denen er die Zahnprothese befestigt. Dieser Zahnersatz ist im Gegensatz zu den anderen Modellen allerdings nicht herausnehmbar.

An eine Zahnprothese muss man sich erst gewöhnen

Zahnprothesen sind Fremdkörper in Ihrem Mund, an die man sich erst gewöhnen muss. In den ersten Wochen fällt Ihnen das Kauen und Sprechen noch schwer. Eventuell sind Sie sich unsicher, ob die Prothese auch wirklich fest sitzt. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit fühlt sie sich jedoch an wie ein Teil von Ihnen und fast wie Ihre echten Zähne. Spezielle Haftcremes verbessern außerdem den Halt. Haben Sie dennoch das Gefühl, dass Ihre Zahnprothese zu locker sitzt, gehen Sie zum Zahnarzt und lassen sie nachbessern. In den ersten zwei Jahren besteht eine Gewährleistungspflicht des behandelnden Zahnarztes und Sie müssen für notwendige Korrekturen nicht zahlen. Viele Zahnärzte bieten sogar eine noch längere Garantie von bis zu sechs Jahren an.

Folgende Risiken können nach dem Einsatz einer Zahnprothese auftreten

Was kostet eine Zahn­pro­these?

Das hängt ganz stark von Art und Material der Prothese ab. Die Kosten schwanken von günstigen Lösungen, die durch die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung gedeckt sind, bis zu hochwertigen Varianten, etwa mit Keramikzähnen. Hier kommen schon einmal mehrere Tausend Euro zusammen. Und: Die Zahnarztkosten kommen natürlich noch dazu.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt dabei immer nur die Kosten für die so genannte Regelversorgung. Dieser Anteil wird Festkostenzuschuss genannt, er liegt bei 50 Prozent der Kosten für den einfachste Form von Zahnersatz. Gut zu wissen: Der Zuschuss erhöht sich etwas, wenn Sie regelmäßige Zahnarzt-Kontrollen wahrnehmen und in Ihrem Bonusheft eintragen lassen. Allerdings wird dieser Festkostenzuschuss von der GKV auch gezahlt, wenn Sie sich für eine gleichartige oder andersartige, also für eine höherwertigere Versorgung entscheiden.

Mit diesen Kosten können Sie bei einer Vollprothese in der Regelversorgung rechnen

Die Vollprothese als günstigste Variante eines herausnehmbaren Zahnersatzes, stellt die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung für zahnlose Kiefer dar. Diese Zahnprothese ist aus Kunststoff und verursacht als günstigste Variante, Kosten von ca. 500 – 850 Euro je Kiefer. Der Kassenzuschuss beträgt je nach Bonus 370 – 480 Euro. Entscheiden Sie sich für eine höherwertigere Version, bleibt es trotzdem bei diesem Zuschuss. Mehrkosten zahlen Sie aus eigener Tasche.

Kosten einer Teilprothese in der Regelversorgung

Die Regelversorgung bei Patienten mit vielen fehlenden Zähnen, stellt eine Zahnprothese mit Gussklammern (Klammerprothese) dar. Da diese Art der Zahnprothese aufwendiger in der Herstellung ist, kostet sie auch deutlich mehr. Pro Prothese können Sie mit 600,00 bis 900,00 Euro rechnen und auch hier gibt es einen Kassenzuschuss von ca. 340 bis 440 Euro. Eventuelle Mehrkosten für eine höherwertigere Variante gehen auch hier zu Ihren Lasten.

Schutz bietet hier eine geeignete Zahnzusatzversicherung. Wenn diese rechtzeitig abgeschlossen wurde, übernimmt sie anfallende Zusatzkosten für einen höherwertigeren Zahnersatz.

Härtefallregelung

Noch ein Tipp: Beziehen Sie Arbeitslosengeld II oder ist Ihr Einkommen gering, können Sie einen Härtefallantrag stellen. Dann erhalten Sie den doppelten Festkostenzuschuss von Ihrer Krankenkasse, nämlich 100 Prozent der Kosten für die Regelversorgung.

Gilt herausnehmbarer Zahnersatz als fehlender Zahn bei einer Zahnversicherung?

Bei Zahnzusatzversicherungen werden Zahnprothesen (herausnehmbarer Zahnersatz) teilweise als fehlende Zähne bewertet. Deshalb raten wir: Vorsicht bei der Wahl der Versicherung, wenn Sie herausnehmbaren Zahnersatz durch eine nicht festsitzende Prothese haben. Es könnte sein, dass bei manchen Tarifen Erneuerungen oder Reparaturen dieser Prothesen nicht mitversichert sind, genauso wie anderweitiger Zahnersatz für die betroffenen Zähne. Hierfür müssen die Versicherten dann trotz Zahnzusatzversicherung extra bezahlen. Anbieter, bei denen das so ist, sind beispielsweise die ARAG, die Bayerische, die Continental, die Hallesche und die Württembergische Versicherung.

Es gibt aber auch hervorragende Zahnzusatzversicherung Tarife, die einen herausnehmbaren Zahnersatz durch Prothesen als vollwertigen Zahnersatz anrechnen. Beim Abschluss dieser Versicherungen, beachten Sie bitte unbedingt diese drei Bedingungen:

  1. Die Prothese darf nicht als Provisorium für eine höherwertige Zahnersatzversorgung deklariert worden sein. Das ist oft der Fall, wenn Prothesen als Zwischenlösungen bei einer implantatgetragenen oder aufwendigen Brückenlösung dienen.
  2. Die Zahnprothese muss zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in einem guten Zustand sein, es darf kein zahnärztlich festgestellter Behandlungs- oder Erneuerungsbedarf bestehen.
  3. Es wurde noch kein Angebot für einen höherwertigen festsitzenden Zahnersatz der aktuellen Prothesenversorgung erstellt oder aktenkundig beim Zahnarzt angeraten.

Die fünf besten Zahnzusatzversicherungen welche Zahnprothesen mitversichern

R+V
Komfort U+ZV
Barmenia Mehr Zahn 80
+ Mehr Zahnvorsorge Bonus
DKV
KDTK85+KDBE
Gothaer
MediZ Duo
Zahnersatz70%80%85%90%
Begrenzung *10.000 Euro für
4 Jahre
6.000 Euro für
4 Jahre
1.500 Euro für
3 Jahre
3.000 Euro für
3 Jahre
Zahnbehandlung100%100%100%100%
Zahnreinigung100%100%150 Euro150 Euro
Wartezeitkeinekeine6 Monatekeine
Beitrag mit 6132,50 Euro38,20 Euro45,65 Euro50,00 Euro
Zum TarifR+V TarifdetailsBarmenia TarifdetailsDKV TarifdetailsGothaer Tarifdetails

* Ein Jahr entspricht einem Kalenderjahr, dieses endet unabhängig vom Versicherungsbeginn im laufenden Jahr, am 31.12. des aktuellen Jahres und reduziert die Summenbegrenzung in den ersten Jahren teilweise erheblich.