Kieferorthopädische Leistungen

Was zählt zu den KFO Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen

Ob und in welcher Höhe die GKV die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung übernimmt, hängt von zwei Faktoren ab:

  1. Handelt es sich um ein Kind/Jugendlichen (bis 18 Jahre) oder einen Erwachsenen?
  2. In welche kieferorthopädische Indikationsgruppe (KIG 1-5) wird der Patient eingestuft?

Grundsätzlich übernimmt die GKV bei Kindern und Jugendlichen die Behandlungskosten, wenn der Befund einen Schweregrad von mindestens KIG 3 ergibt. Bei Erwachsenen hingegen werden Kosten nur dann übernommen, wenn schwere Kieferfehlbildungen, also zum Beispiel Zahnstellungsanomalien und Anomalien der Bisslage bestehen und eine kieferchirurgische oder kieferorthopädische Behandlung erforderlich ist.

KIG 1: Es liegt eine Zahnfehlstellung vor. Diese kann nur auf eigene Kosten bzw. mit einer adäquaten privaten Zahnzusatzversicherung behandelt werden. Adäquat heißt, sie muss kieferorthopädische Behandlungsmaßnahmen bei KIG1 einschließen. Achtung: nur wenige Zahnzusatzversicherungen übernehmen diesen Bestandteil bei Erwachsenen.

KIG 2: Hier liegt eine Zahnfehlstellung vor, die aus medizinischer Sicht zwar eine Korrektur der Anomalie erforderlich macht – trotzdem übernimmt auch hier die GKV die Kosten nicht! Ohne adäquate Zahnzusatzversicherung tragen Sie hier ebenfalls die Kosten selbst.

KIG 3: Eine ausgeprägte Zahn- und/oder Kieferfehlstellung liegt vor. Aus medizinischer Sicht ist eine Behandlung notwendig.

KIG 4: Eine stark ausgeprägte Zahn- und/oder Kieferfehlstellung liegt vor und eine Behandlung ist aus medizinischer Sicht dringend erforderlich.

KIG 5: Eine extrem stark ausgeprägte Zahn- und/oder Kieferfehlstellung liegt vor, die aus medizinischer Sicht unbedingt einer Behandlung bedarf.

Besonderes zu KIG 3-5

Auch wenn bei diesen Schweregraden die Kosten der Behandlung durch die GKV getragen werden (der GKV-Leistungskatalog stuft sie sozusagen als behandlungsbedürftig ein) heißt das nicht, dass für diese Patienten keine Kosten anfallen.

Die Erstattung erfolgt in zwei Stufen: Abhängig von der Anzahl der (zeitgleich) zu behandelnden Kinder in einem Haushalt, übernehmen Sie zuerst selbst 10–20 % der Kosten. Dadurch sollen die Eltern und Kinder motiviert werden, die empfohlene kieferorthopädische Maßnahme einzuhalten und regelmäßig kontrollieren zu lassen. Erst wenn die Behandlung erfolgreich beendet wurde, wird der selbst getragene Anteil durch die GKV erstattet.

Ist eine Zahnzusatzversicherung bei KIG 3-5 überhaupt sinnvoll?

Grundsätzlich übernimmt die GKV die Kosten für alle (einfachen) notwendigen Leistungen, die im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung erbracht werden. Aber: Sehr oft werden sogenannte kieferorthopädische Mehrleistungen angeboten und durchgeführt, die zum Beispiel bei Zahnspangen den Trage- und Reinigungskomfort erhöhen. Dieser Komfort ist vor allem bei Kindern nicht zu unterschätzen. Es trägt maßgeblich dazu bei, dass die bleibenden Zähne während des Behandlungszeitraums gesund bleiben. Aus Sicht der Krankenkasse sind das allerdings rein kosmetische Maßnahmen. Sie werden nicht erstattet.

Manche Kieferorthopäden rechnen privatärztlich ab. Damit die GKV die Kosten erstattet, muss der Arzt eine kassenzahnärztliche Abrechnung vornehmen. Achten Sie also darauf, dass Ihr Kieferorthopäde eine Kassenzulassung besitzt.

Auswahl der optimalen Zahnzusatzversicherung mit Kieferorthopädie

Eine private Absicherung kann gerade im Hinblick auf Kieferorthopädie Leistungen sehr sinnvoll sein, da sie die Leistungen der GKV ergänzt. Dabei werden bei Kindern die Maßnahmen für Kieferorthopädie sehr unterschiedlich von Zahnzusatzversicherungen übernommen, aber im Grunde gut abgesichert.

Bei Erwachsenen zahlen dagegen nur sehr wenige Zusatzversicherungen für kieferorthopädische Leistungen. Die Zahl der Tarife steigt, für Kieferorthopädie Leistungen die durch Unfälle notwendig werden.

Zahnzusatzversicherungen mit KFO Leistungen für Kinder – Die Top 5

Wir haben für Sie die fünf besten Zahnzusatzversicherungen mit KFO Leistungen für Kinder zusammengestellt.

Kieferorthopädie Leistungen bei einer Zahnspange

Viele Wahlleistungen in den verschiedenen KIG-Stufen sind rein optischer Natur und werden nicht von allen Versicherungen übernommen. Tarife die alle Mehrkosten dafür übernehmen, sind um einiges teurer oder in der Leistung stärker begrenzt.

ZahnzusatzversicherungKIG 1-2KIG 3-5MehrkostenBeitrag
Signal Iduna – ZahnTOPpur90% unbegrenzt90% unbegrenzt4 von 119,90 Euro
Allianz DentalBest (DB02)90% max 3.000 €90% max 3.000 €5 von 1115,56 Euro
UKV/BBKK ZahnPrivat Premium90% max 3.600 €90% max 3.600 €11 von 1119,79 Euro
ARAG Dent10090% unbegrenzt90% max 2.000 €9 von 1120,29 Euro
Inter QualiMedZ Z90+ZPro80% unbegrenzt80% max 1.000 €11 von 1112,01 Euro

KFO Wahlleistungen für die Mehrkosten anfallen

Achtung Wartezeit!

Die meisten privaten Zahnzusatzversicherungen beinhalten eine Wartezeit von mehreren Monaten, um sich vor Missbrauch zu schützen.

Es gibt aber auch Tarife ohne Wartezeit. Sie finden sie über unseren Tarifrechner oder unser Übersicht der einzelnen Anbieter. Dabei können die Tarife nach der Qualität der Leistungen oder auch nach dem Preis sortiert werden.

Zahnzusatzversicherungen mit KFO Leistungen für Erwachsene

Für Erwachsene bieten sich beispielsweise folgende Tarife mit kieferorthopädischen Leistungen an.

Der Vorteil dieser beiden Tarife: sie leisten auch, wenn die Ursache für die Behandlung nicht auf einen Unfall zurückzuführen ist. Allerdings sollten Sie bei Antragstellung alle noch nicht durchgeführten und Aktenkundigen Behandlungen angeben. Die Versicherung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Überprüfung vornehmen, bevor sie die Leistung übernimmt.