Bruxismus

Bruxismus Behandlung durch DROS Schiene

Bruxismus ist eine Volkskrankheit, unter der jeder Zweite deutsche Erwachsene leidet. Bruxismus ist ein medizinischer Ausdruck für Zähneknirschen.

Dies kann schon mit dem Durchbruch der ersten Zähne beginnen. Typischerweise leiden meistens 20 bis 40-Jährige unter Bruxismus, mit zunehmendem Alter wird es seltener diagnostiziert.

Was ist Bruxismus?

Unter Bruxismus versteht man das meist nächtliche Zähneknirschen durch das feste Aufeinanderpressen der Schneide- und Mahlzähne (Schlafbruxismus). Betroffene knirschen oftmals auch tagsüber unbewusst (Wachbruxismus).

Bruxismus Symptome

Ursache für Bruxismus oder Zähneknirschen können unterschiedlich sein. Oftmals wird es durch phychosozialen oder emotionalen Stress und durch Arbeitsüberlastung ausgelöst. Meist ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren ursächlich für Bruxismus. Es gibt auch wissenschaftliche Untersuchungen, nach welchen genetische Ursachen dafür verantwortlich sein könnten. Weitere Gründe können Zahnfehlstellungen sowie CMD sein. CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) ist der Sammelbegriff für Fehlregulationen der Muskel- oder Gelenkfunktion des Kausystems.

Zahnärzte erkennen oftmals sehr schnell, wenn der Patient mit den Zähnen knirscht. Symptomatisch sind abgesäbelte oder abgebrochene Zähne, aber auch eine vergrößerte Kaumuskulatur sowie Zahnabdrücke in der Wangenmuskulatur und in der Zunge.

Patienten klagen morgens oft über eine steife Kaumuskulatur oder über kurzzeitige Schwierigkeiten beim Öffnen ihres Mundes. Vereinzelt kann es auch zu Kieferblockaden kommen. Manchmal sind es auch die Lebenspartner von Betroffenen, die diese auf deren nächtliche Knirschgeräusche aufmerksam machen.

Bruxismus nennt man des Zähneknirschen durch festes aufeinanderpressen der Zähne

Was hilft gegen Bruxismus?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das nächtliche Knirschen zu reduzieren. Eine ausgewogene Lebensweise, gute Ernährung und Sport sind im jeden Fall ratsam. Neben gezieltem Stressabbau hilft es, regelmäßige Entspannungsübungen in den Alltag einzubauen. Experten raten unter anderem zu Yoga, Pilates, Thai Chi und progressiver Muskelrelaxion. Das Kiefergelenk und die Kiefermuskulatur sollen sich dadurch entspannen. Ebenfalls hilfreich ist Physiotherapie für den Kiefer- und Nackenbereich. In bestimmten Fällen wirkt auch Verhaltenstherapie unterstützend gegen das nächtliche Knirschen.

Bei Wachpruxismus kann der Patient aktiv mithelfen, das Knirschen bzw. Zusammenpressen der Zähne zu reduzieren. Eine Brux-App kann hier dabei unterstützen, sich während des Tages immer wieder über die aktuelle Stellung des Kiefers und der Zähne bewusst zu werden.

Ebenfalls wirksam bei Bruxismus kann eine gezielte Botox-Behandlung sein. Dies wird aber nur bei besonders schweren Fällen angewandt. Hierbei wird das Nervengift gezielt in den oftmals vergrößerten Kaukiefer gespritzt, damit der überaktive Muskel ruhiger wird und Masse abbaut.

Zusätzlich kann Homöopathie auch gute Erfolge bei Bruxismus erzielen. Die Einnahme von beruhigenden Mitteln wie Belladonna, Tuberculinum und Cina wird bei Zähneknirschen oftmals angeraten.

Bruxismus Therapie

Bruxismus ist nicht heilbar. Zahnärztliche Therapien zielen vor allem auf den Schutz der Zähne, auf eine Schmerzreduktion sowie auf die Restauration der geschädigten Zahnbereiche ab. Zusätzlich wird durch verschiedene Methoden versucht, die Bruxismus-Aktivitäten einzudämmen.

Diagnostiziert der Zahnarzt Bruxismus, wird meistens eine Knirscher-Schiene (oder auch Aufbissschiene genannt) verschrieben. Sie kommt entweder im Ober- oder Unterkiefer zum Einsatz. Die Schiene soll den Abrieb der Zähne verhindern und die Zahnsubstanz schonen. Für die Kosten dieser Bruxismus Behandlung kommen die gesetzlichen Kassen auf. In vielen Fällen funktioniert dies im ersten Schritt schon recht gut, wenn die Schiene vom Patienten tatsächlich regelmäßig getragen wird. Optimal ist es, die Schiene fünf Tage die Woche zu tragen und dann zwei Tage auszusetzen. Durch diese Pause wird die Muskelaktivität reduziert. Wer dauerhaft mit Schiene schläft, läuft Gefahr, irgendwann wieder stärker zu knirschen.

Genaue Funktionsdiagnosik als wirksame Therapie

Viele Zahnärzte sind davon überzeugt, dass eine Knirscherschiene erst richtig passt und hilfreich ist, wenn eine Funktionsdiagnostik des Kiefers vorgenommen wird. Diese Untersuchung zahlen die gesetzlichen Krankenkassen nicht. Auch speziellere Aufbissschienen sowie Therapiekonzepte wie etwa das DROS®-Schienenkonzept ist keine Kassenleistung. Dieses 7-wöchige Therapie-Konzept ist vor allem bei Verdacht auf CMD eine wirksame Therapie-Methode. CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) wird unter anderem durch Zähneknirschen ausgelöst. Umgekehrt fördert eine diagnostizierte CMD das Zähneknirschen noch zusätzlich. CMD (oder im Volksmund auch „falscher Biss“ genannt) kann unter anderem auch durch schlecht sitzende Füllungen sowie zu hohe Kronen verursacht werden.

Für das DROS®-Schienenkonzept werden Zahnärzte und Zahntechniker gezielt geschult und anschließend zertifiziert. Das mehrstufige standardisierte Konzept wird schon von einigen Zahnzusatzversicherungen übernommen.

Bruxismus Folgen

Durch Bruxismus kommt es zu einem Verschleiß des Zahnhalteapparates. Grund hierfür ist die Überlastung durch das ständige feste Zusammenbeißen des Ober- und Unterkiefers. Zusätzlich kann auch das Kiefergelenk, die Kaumuskulatur und weitere Muskelgruppen geschädigt werden. Auch CMD kann eine Folge von Bruxismus sein. Das wiederum kann das Zähneknirschen zusätzlich verstärken. Eine Teufelskreis, der unbedingt unterbrochen werden sollte.

Weitere Folgen von Bruxismus können zum Beispiel morgentliche Kieferschmerzen und knackende Geräusche beim Gähnen bzw. Öffnen und Schließen des Mundes sein. Oftmals leiden die Betroffenen untere chronischer Müdigkeit sowie unter Kopf-, Schulter und Nackenschmerzen. In schlimmeren Fällen kommt es zu Migräne-Attacken oder zu einem Tinnitus, dessen Ursache nicht gleich erkannt wird. Die belastete Muskulatur kann Verspannungen sowie Hals- und Rückenschmerzen nach sich ziehen. Nicht selten kommt es zu Stimmungsschwankungen oder Depressionen, da Betroffene durch das nächtliche Knirschen meist schlechter schlafen, sich nachts weniger gut erholen und sich weniger leistungsfähig fühlen.

Durch die dauerhafte Reibung wird Zahnhartsubstanz nach und nach geschädigt. Die Zähne werden empfindlich. Berührungen sowie kalte und heiße Speisen sowie der Verzehr von Süßigkeiten kann schon Zahnschmerzen verursachen. Weitreichendere Folgen können bei unbehandeltem oder unerkanntem Bruxismus regelrecht abgesäbelte oder abgesplitterte Zähne sowie Zahnfleischrückgang sein, gelockerte Zähne oder Implantate oder freiliegende Zahnhälse. Im schlimmsten Fall kann auch der Zahnnerv absterben.

Bruxismus Kosten

Die Behandlung von Bruxismus kann sehr langwierig und in manchen Fällen auch sehr kostenintensiv sein. Die gesetzlichen Kassen übernehmen davon nur den Teil, der zur Grundversorgung zählt. Speziellere Funktionsdiagnostik des Kiefers und damit verbundene wirksame Therapie-Möglichkeiten sind keine Kassenleistung. Bei kostenintensiven Schienentherapie-Konzepten können schnell mehrere Tausend Euro zusammenkommen. Rät Ihr Zahnarzt dazu, sollten Sie sich unbedingt einen Kostenvoranschlag geben lassen.

Welche Kosten übernimmt die GKV

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen alle zwei Jahre die Kosten für eine normale Aufbissschiene. Eine aufwändige CMD-Therapie ist jedoch nicht Teil des Leistungskataloges der gesetzlichen Kassen, ebenso wenig wie die Kosten für die Funktionsdiagnostik. Es gibt aber durchaus schon Zahnzusatzversicherungen, die für diese Funktionsdiagnostik und -therapie aufkommen.

Zahnzusatzversicherung mit Leistungen bei Bruxismus

Wer sich gegen hohe Behandlungskosten bei Zähneknirschen, Zähnepressen und CMD-Symptomen schützen möchte, sollte eine Zahnzusatzversicherung abschließen, die diese Behandlungsmethoden umfasst.

Hat Ihr Zahnarzt bereits Bruxismus diagnostiziert und rät zu einer Schiene oder Sie sind bereits damit versorgt, so übernimmt die Zahnzusatzversicherung in der Regel keine Kosten. Deshalb ist es wichtig, schon vorher eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, die Bruxismus, Funktions-Diagnostik und Behandlung mit Spezialschienen wie dem DROS®-Schienenkonzept einschließt.

Wenn Sie eine Versicherung neu abschließen, sollten Sie sich über mögliche Wartezeiten sowie Leistungsobergrenzen für CMD-Behandlungen informieren. Achten Sie vor allem auf den Höchstbetrag, der in den ersten Versicherungsjahren übernommen wird. Viele Versicherungen erhöhen die Leistungsobergrenzen innerhalb der ersten zwei bis fünf Jahre.

Zahnzusatzversicherung mit Kostenübernahme bei Bruxismus berechnen

Zahnzusatzversicherungen die Leistungen für Bruxismus und CMD erbringen, übernehmen auch die Kosten für eine aufwendige DROS®-Schienentherapie. Berechnen Sie hier anhand ihrer Daten den passenden Tarif der diese Leistungen beinhaltet.

Zahntarife für Bruxismus / CMD und DROS®-Schienentherapie

Bitte geben Sie das Geburtsdatum der Person ein, die versichert werden soll. Dies ist notwendig, um eine korrekte Preisauskunft zu gewährleisten. Die Durchführung der Berechnung ist unverbindlich und kostenlos.

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Bitte geben Sie fehlende Zähne an, die nicht ersetzt sind. Nicht anzugeben sind bei dieser Frage:

  • fehlende Weisheitszähne (sog. 8er)
  • bei Kindern fehlende Milchzähne wenn zweite Zähne normal nachwachsen
  • bereits ersetzte Zähne (Brücke, Implantat, Krone o.ä.)
  • vollständiger Lückenschluss, d.h. wenn Zahnlücke durch die Nachbarzähne vollständig geschlossen wurde

Die Anzahl der fehlenden Zähnen wird von den meisten Versicherungsgesellschaften im Antrag abgefragt.

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Bitte tragen Sie die Anzahl ein, sofern in Ihrem Mund irgendwelche Zahnersatzversorgungen vorhanden sind, z.B.:

  • Kronen / Teilkronen
  • Brücken
  • Implantate
  • Inlays
  • Stiftzähne
  • Teleskopkronen
  • Teilprothesen
  • Vollprothesen
  • u.a.
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Bitte geben Sie bei dieser Frage an, ob in der Vergangenheit schon einmal eine Parodontitis-Erkrankung bei Ihnen diagnostiziert und/oder behandelt wurde.

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Bitte wählen Sie ja, wenn Behandlungen mit dem Zahnarzt geplant, von diesem angeraten oder aktuell durchgeführt werden.

  • Ersatz eines Zahnes
  • Parodontalbehandlungen
  • Wurzelbehandlungen
  • funktionsanalytische- und therapeutische Maßnahmen zur Behandlung von Kiefergelenkserkrankungen
  • die Erneuerung von bestehenden Füllungen, Kronen o.Ä.
  • die Regulierung einer Zahnfehlstellung mittels kieferorthopädischer Maßnahmen

Lediglich prophylaktische Maßnahmen, die rein vorbeugenden Charakter haben, sind bei dieser Frage nicht zu berücksichtigen.

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Eine Kostenübernahme durch eine Zusatzversicherung ist nur dann gewährleistet, wenn nicht vor Abschluss der Zahnzusatzversicherung ein Bruxismus oder CMD diagnostiziert wurde.

Verfasst von Sonja Zajontz
am 19. März 2021 unter Zahnbehandlung.