Kariesinfiltration – Behandlung ohne Bohren

Kariesinfiltration

Sensationelle Nachrichten für Patienten mit Karies im Anfangsstadium. Die deutsche Firma DMG hat eine Methodik entwickelt, die eine erfolgreiche Zahnhandlung ohne Bohren möglich macht: Die Kariesinfiltration. Mit dieser Technik kann darüber hinaus der Verlust gesunder Zahnsubstanz nahezu verhindert werden. Entwickelt wurde das Produkt „ICON“ von der Hamburger Dental-Material Gesellschaft (DMG) in Zusammenarbeit mit der Charité Berlin und der Universität Kiel.

Patienten mit Karies profitieren bei diesem Produkt also von neuen Erkenntnissen der Zahnmedizin. Karies behandeln ohne Bohren, wie genau funktioniert das neue Verfahren eigentlich? Mit diesem Artikel beantworten wir Ihre Fragen.

Was ist Karies und wie wird die Behandlung durchgeführt?

Karies, umgangssprachlich auch Zahnfäule genannt, ist eine Veränderung des Zahnschmelzes. Säuren in der Ernährung und Säuren, die aufgrund von zu zuckerhaltiger Ernährung durch Mikroorganismen im Mund gebildet werden, greifen den Zahnschmelz an. Mineralien (speziell Kalk) werden aus dem Zahnschmelz herausgelöst und der Zahnschmelz weicht auf. Beim Kauen harter Nahrung (Brotkruste etc.) sowie beim Zähneputzen wird nun der aufgeweichte Bereich weiter destabilisiert oder abgetragen. Dieser Prozess dauert einige Wochen bis Monate. Wird Karies rechtzeitig erkannt, kann der Patient durch Zahnhygiene, mineralisierende Zahncrème und richtige Ernährung also dem Kariesbefall entgegen wirken.

Eine ganz neue, als sehr wirksam angepriesene Methode gegen Karies, ist die Kariesinfiltration mit ICON. Bei dieser Methode werden Stellen, die erst seit kurzem von Kariesbefall betroffen sind, lokalisiert. Dazu werden die Zähne mit einer Lichtquelle angestrahlt. Die frisch von Karies befallenen Stellen treten dabei aufgrund der Entmineralisierung weiß hervor.

An diesen Stellen wird nun ein Spezialkunststoff aufgetragen und eingehärtet. Damit werden offene Poren und Zahnkanäle verschlossen und es kann keine weitere Säure in den Zahn eindringen. Die Oberfläche wird mit dem Kunststoff versiegelt bzw. die darunterliegenden offenen Mikro-Hohlräume infiltriert und gefüllt. Ohne Säureeinfluss kann der Karies nicht mehr weiter fortschreiten.

Kariesbehandlung ohne Bohren - Kariesinfiltration

Wann kann die Kariesinfiltration angewendet werden?

Die Kariesinfiltration mit ICON ist nur dann sinnvoll, wenn der Karies noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Sind bereits Teile des Zahnschmelzes abgetragen oder herausgebrochen, muss eine Füllung oder ein Inlay gesetzt werden. Die Kariesinfiltration schließt also die Lücke zwischen Zahnreinigung und Füllung. Man könnte diese Methode als Mischung aus Zahnprophylaxe und Zahnbehandlung gegen Karies bezeichnen.

Kariesinfiltration Vorteile

  • Das lästige und mitunter schmerzhafte Bohren entfällt
  • Der Zahnschmelz wird nicht durch Bohren zerstört, sondern erhalten
  • Die Infiltration dringt weit in den Zahn und hilft auch in der Tiefe der Poren des Zahnschmelzes
  • Es braucht keine Spritze
  • Für Angstpatienten ist dies sehr angenehm, da die Kariesinfiltration meistens sehr schonend und ohne Schmerzen abläuft
  • Die Mehrkosten werden von der privaten Zahnzusatzversicherung übernommen – wieder ein Grund mehr für die Zahnversicherung auf privater Basis

Nachteile der Kariesinfiltration

  • Keine Übernahme der Kosten durch die GKV soweit uns bekannt
  • Wirksamkeit nicht immer zu 100% gewährleistet
  • Langzeitwirkung bisher nicht komplett bekannt, da die Methode noch recht neu ist

Verfasst von Sonja Zajontz
am 27. Oktober 2018 unter Zahnarzt.