Heil- und Kostenplan

Wenn der Zahnarzt bei Ihnen eine Versorgung mit Zahnersatz plant (also beispielsweise Brücken, Kronen oder Prothesen), dann gibt es dafür in aller Regel einen so genannten Heil- und Kostenplan, kurz: HKP. Bei gesetzlich Kranken versicherten gibt es dafür ein zweiteiliges Formular: Dort finden Sie Angaben zum aktuellen Gesundheitszustands Ihres Gebisses, der Regelversorgung, einer eventuell alternativen Therapieplanung sowie den voraussichtlichen Gesamtkosten der Behandlung.

Ihr Zahnarzt datiert und unterschreibt diesen HKP und leitet ihn dann – zusammen mit Ihrem Bonusheft, sofern vorhanden – vor Behandlungsbeginn an die Krankenkasse weiter. Diese wiederum bestimmt dann den Festzuschuss für Ihre Behandlung. Erst dann darf Ihr Zahnarzt mit der Behandlung beginnen. Sollte es zu gravierenden Änderungen in der Therapieplanung für den Patienten kommen, dann muss der Zahnarzt erneut bei der Krankenkasse nachfragen und sich die Änderungen genehmigen lassen.

Wer bekommt den HKP?

Grundsätzlich einmal jeder Patient, der gesetzlich Krankenversichert ist und einen Zahnersatz benötigt. Der HKP ist die Grundlage für die Behandlung und gleichzeitig die Planungssicherheit für den Patienten, damit er keine bösen Überraschungen bei den Kosten erlebt.

TIPP: Wer eine Zahnzusatzversicherung besitzt, sollte den Heil- und Kostenplan unbedingt auch seiner Zusatzversicherung zur Überprüfung und Kostenzusage schicken.

Wie sieht ein HKP aus?

Der HKP besteht aus sieben Abschnitten, nachstehend finden sie die Erläuterungen dazu:

Heil- und Kostenplan Teil 1

Abschnitt 1: Hier finden sich Ihre persönlichen Daten wieder, die auch auf Ihrer Versichertenkarte gespeichert sind. Durch Ihre Unterschrift bestätigen Sie auch die Zugehörigkeit zu der genannten gesetzlichen Kasse. Ganz wichtig: Sie erklären hier auch, dass man Sie über Art, Umfang und Kosten der Behandlung – sowohl Regel- als auch andersartige Versorgung betreffend – aufgeklärt hat. Ebenso über die Frage, wo (Ort, ggf. Land) der neue Zahnersatz voraussichtlich hergestellt wird. Wichtig: Durch Ihre Unterschrift bestätigen Sie zudem, dass Sie einer Behandlung entsprechend des HKP zustimmen.

Abschnitt 2: Hier wird der aktuelle Zustand Ihres Gebisses beschrieben („B“ = Befund, hier steht in Kleinbuchstaben Ihr Zahnstatus). Hinzu kommen Angaben zur geplanten Regelversorgung (Zeile „R“ = Regelversorgung, die Basis für die Bewilligung von Festzuschüssen durch die Kasse)) sowie zur davon abweichenden Therapieplanung (Zeile „TP“) = Therapieplanung.

Hier wird ggf. eingetragen, was über die Regelversorgung hinaus geplant ist. Ist nichts geplant, bleibt das Feld leer. Die Behandlungsdetails beschreibt der Zahnarzt mit Kürzeln, die auf dem Formular dargestellt sind. Die ihn Ihrem Fall stattfindende Regelversorgung trägt der Arzt übrigens immer ein, egal, welche Art von Zahnersatz schließlich angedacht ist.

Rechts unterhalb des Feldes I. „Befund des gesamten Gebisses / Behandlungsplanung“ gibt es Erläuterungen (Kasten): Kürzel für die Befunde (in Kleinbuchstaben) sowie die geplante Behandlung (in Großbuchstaben).

Was zahlt die Krankenkasse?

Abschnitt 3 II. Befunde für Festzuschüsse: Hier trägt der Arzt die Nummern der jeweiligen Befunde ein. Nach diesen prüft und legt Ihre Kasse die Festzuschüsse fest. Zu jedem Befund ein bestimmter Zuschuss. Übrigens: Wenn Sie Ihr Bonusheft in den letzten fünf bzw. zehn Jahren lückenlos geführt haben, steigen die Beträge der Zuschüsse um 20 bzw. 30 Prozent. Es lohnt sich also, regelmäßig (Kalenderjährlich) zur Kontrolle beim Zahnarzt zu gehen und das im Bonusheft bestätigen zu lassen.

Die tatsächlichen Kosten übernimmt die Kasse übrigens nur bei einem so genannten Härtefall-Patienten im Rahmen der Regelversorgung. Nach der Bewilligung der Festzuschüsse durch die Kasse (Feld IV. Zuschuss Festsetzung). bekommt der Arzt den HKP zurück und man kann mit der Behandlung beginnen. Die Zusage der Kasse gilt übrigens für ein halbes Jahr. In dieser Zeitspanne muss die Behandlung erfolgt sein.

Abschnitt 4 III. Kostenplanung: Hier sehen Sie auf einen Blick die voraussichtlichen Behandlungskosten, bestehend aus Honorar für den Arzt einerseits und Material- und Laborkosten andererseits. Für Zahnärzte gelten dabei unterschiedliche Gebührenverzeichnisse: Für die Kassenleistungen ist der so genannte „Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen“ (BEMA) zuständig, Privatleistungen hingegen werden nach der „Gebührenordnung für Zahnärzte“ (GOZ) abgerechnet.

Wenn es bei einer Behandlung Privatleistungen gibt, dann sind diese in Teil 2 der HKP in einer ausführlichen Kostenaufstellung gelistet. Wichtig: Zum Zeitpunkt der Erstellung des HKP können die tatsächlichen Kosten in aller Regel nur geschätzt werden. Denn je nach individuell für denen einzelnen Patienten anfallenden Arbeiten können die Kosten am Ende steigen oder sinken. Bei gravierenden Änderungen in der Behandlung muss der Arzt aber erneut bei der Kasse nachfragen.

Abschnitt 5 V. Rechnungsbeträge: Dort findet man nach Abschluss der Behandlung die tatsächlich entstandenen Kosten,

Teilweise können einzelne Rechnungsbeiträge vom ursprünglichen HKP abweichen. Bei ihnen beträgt der Eigenanteil dann die Differenz zwischen den Gesamtkosten sowie den Festzuschüssen der Kasse.

Abschnitt 6 Es kann sein, dass Ihre Krankenkasse den HKP überprüfen lässt und dazu einen unabhängigen Gutachter hinzuzieht. Im Feld „Gutachterlich befürwortet“ trägt er ggf. seine Beurteilung ein. Die Kasse erhält von ihm zudem ein ausführliches Gutachten.

Abschnitt 7 Hier wird eingetragen, wo (Ort, Land) der Zahnersatz hergestellt und wann (Datum) er eingesetzt wurde. Der Arzt unterschreibt hier, dass er den Zahnersatz wie vorgesehen eingesetzt hat. Diese Angaben braucht die Kasse für die Abrechnung der Festzuschüsse. Der Zahnarzt stellt dem Patienten zudem eine Rechnung über seinen Eigenanteil aus.

Den Teil 2 des HKP („Anlage) gibt es seit 2005 und der Einführung des Festzuschuss-Systems.

Ziel ist es hier, den Patienten optimale Transparenz über die Kosten zu verschaffen. Diese Anlage gibt es übrigens nur, wenn bei der Behandlung mehr als die Regelversorgung ( das nennt sich „gleich- oder andersartiger Zahnersatz“) stattgefunden hat. Sprich: Immer, wenn Behandlungen nach der GOZ abgerechnet werden (siehe oben, Abschnitt 4, III.) In Summe erhalten Sie exakte Angaben über die voraussichtlichen Gesamtkosten, die Festzuschüsse der Kasse sowie Ihren Eigenanteil.

Dabei stammen die voraussichtlichen Beiträge für Honorar nach GOZ und/oder BEMA, für Material- und Laborkosten sowie die Gesamtkosten aus dem HKP. Was das Honorar nach GOZ beeinflusst, ist dort ebenfalls beschrieben. Diese Einflüsse können die geschätzten voraussichtlichen Kosten verändern.

Nun fehlt nur noch Ihre Unterschrift: Damit bestätigen Sie, dass Sie der Planung des HKP zustimmen, die Zahnersatzversorgung wünschen und dass man Sie über die entstehenden Kosten aufgeklärt hat.

Unten in der Anlage finden Sie nochmals Angaben zu den Kosten der Regelversorgung. Sie können also auch direkt ausrechnen, wie hoch der Unterschied zwischen Regelversorgung und angedachter Behandlung ist. Dann wissen Sie auch, welche Kosten Sie hier ggf. aus der eigenen Tasche bezahlen müssen.

Weitere Informationen rund um den Heil- und Kostenplan (HKP) erhalten Sie auch in einer Broschüre der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) unter https://www.kzbv.de/kzbv2018-pi-heil-und-kostenplan.media.e5801714540f13e09a324e2a040d5c83.pdf

Sorgen Sie mit einer Zahnzusatzversicherung vor

Unser TIPP: Mit einer guten Zahnzusatzversicherung, die diese Eigenkosten teilweise oder sogar ganz abdeckt, können Sie sich ganz beruhigt zurücklehnen und entspannt Ihrer Behandlung entgegensehen. Zumindest in finanzieller Hinsicht.

 
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