Gebührenordnung für Zahnärzte – Das Zahnarzthonorar GOZ

Erst einmal ganz allgemein: Die so genannte Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) regelt die Bezahlung von zahnärztlichen Leistungen und ist für alle Zahnärzte in Deutschland bindend. Alles, was nicht über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden kann, wird über diese GOZ abgewickelt. Natürlich auch die Behandlungen von Privatpatienten. Die aktuell gültige Fassung dieser Gebührenordnung ist von 2012. Falls in ihr keine adäquate Leistung zu finden ist, wird der Zahnarzt die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) für die Honorarberechnung seiner zahnärztlichen Leistungen verwenden.

Im GOZ-Gebührenverzeichnis sind allen zahnmedizinischen Leistungen bestimmte Nummern zugewiesen. Diese Nummern wiederum besitzen eine Punktzahl, die vom Aufwand der Behandlung abhängt. Dann gibt es noch den Satz oder auch Faktor – hier wird der Schwierigkeitsgrad einer Leistung bemessen. Die Höhe dieses Satzes legt der Zahnarzt selbst fest. Das bedeutet, dass verschiedene Zahnärzte für die gleiche Leistung unterschiedliches Honorar verlangen können. Ein Vergleich lohnt sich also!

Zahnarzt Honorar nach GOZ

Anwendungsbereich bei der Zahnarzt-Abrechnung

Kassenpatienten müssen folgendes wissen: Bei Ihnen werden die einzelnen Leistungen nach beiden Schlüsseln, nämlich dem BEMA (Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen) sowie der Gebührenordnung GOZ abgerechnet. Der BEMA deckt die reine Regelversorgung ab, die GOZ greift bei darüber hinausgehenden, andersartigen Leistungen. Die so genannte gleichartige Versorgung wird sowohl nach BEMA wie auch nach GOZ abgerechnet.

Beispiel: Sie haben einen Heil- und Kostenplan erhalten, weil Sie eine Krone brauchen. Nun könnte es sein, dass Sie dort beim Punkt „Zahnarzthonorar GOZ“ einen Betrag entdecken. Das bedeutet dann, dass Ihr Zahnarzt nicht nur die reine Regelversorgung plant. Er wird Ihnen vielleicht vorschlagen, die Krone nicht nur auf der Vorderseite zu verblenden (reine Regelversorgung), sondern auch auf der Seite zur Zunge hin – das muss er dann über die GOZ 2012 abrechnen und gibt das auch so in seinem Plan an.

Darüber hinaus bieten Zahnärzte ihren Patienten Leistungen an, die nicht vom BEMA abgedeckt werden oder in den Richtlinien und Regelungen des Sozialgesetzbuchs Abs. V nicht enthalten sind. Wenn Sie gesetzlich versichert – also Kassenpatient – sind, wird Ihr Zahnarzt Ihnen diese ärztlichen Leistungen gemäß der GOZ in Rechnung stellen. Dazu gehören zum Beispiel

Eine vollständige Abrechnung nach der GOZ findet eigentlich nur noch bei rund zehn Prozent der Patienten, meist mit privaten Krankenversicherungen (die Hälfte davon Beamte), statt. Natürlich gibt es auch noch reine Privatzahnärzte ohne Kassenzulassung. Diese rechnen immer komplett nach der GOZ ab.

Ziffern, Faktor und Gebührensatz

In der GOZ werden, wie oben erwähnt, unterschiedlichen Leistungen verschiedene Ziffern zugewiesen, hinzu kommen noch die sogenannten Punktzahlen.

Ein Punkt ist 5,62421 Cent wert. Jetzt kommt noch ein Steigerungsfaktor hinzu, der bemisst, wie schwierig der Eingriff ist. Einfacher Satz für leichte Eingriffe, 2,3 facher Satz für schwierig, ˃2,3 facher Satz für aufwendigere Eingriffe.

Die Formel für das Zahnarzthonorar lautet also

Honorar = Punktzahl x 5,62421 x Steigerungsfaktor (ggf. x Anzahl der Zähne, an denen genau diese Leistung erbracht wird)

Bis Faktor 2,3 braucht der Zahnarzt keine Begründung. Erst bei Faktor ˃2,3 muss er schriftlich eine Begründung liefern, warum die Leistung seiner Meinung nach besonders aufwendig ist. Eine Rolle spielen Zeitaufwand, erschwerende Begleitumstände (z.B. sehr kleine Mundöffnung, Würgereiz beim Patienten) und generell die Schwierigkeit des Eingriffs eine Rolle.

Unsere Erfahrung zeigt: Wenn Zahnärzte nach der GOZ abrechnen, arbeiten sie mit einem Satz zwischen 2,3 und 3,5.

Sie sehen: Die Mehrkosten Ihrer Zahnbehandlung hängen also vom Satz ab. Je höher der Satz, desto höher Ihr Eigenanteil, weil die Kluft zwischen Festzuschuss und Behandlungskosten wächst.

Mehrkosten bei Zahnbehandlung durch niedrigen Festkostenzuschuss

Verbot der Doppelberechnung (auch von Teilleistungen)

Wichtig ist noch folgendes, wenn Sie Ihren Heil- und Kostenplan durchschauen wollen: Zahnärzte dürfen GOZ-Leistungen nicht doppelt abrechnen, auch nicht teilweise. Ein Beispiel: Hat Ihr Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan nach GOZ 0030 erstellt, kann er nicht einen weiteren Heil- und Kostenplan für Kieferorthopädie nach GOZ 0040 ansetzen.

Der zahnärztliche Heil- und Kostenplan (GOZ 0030 und GOZ 0040)

Hintergrund: Die Ziffer 0030 der Gebührenordnung darf nur für Behandlungen ohne kieferorthopädischen, funktionstherapeutischen und funktionsanalytischen Maßnahmen verwendet werden. Im Gegenzug sieht die Gebührenordnung für all diese Behandlungen die Ziffer 0040 vor.

Bei einer Operation, die nach der GOZ abgerechnet wird, sind übrigens grundsätzlich alle notwendigen Einzelschritte, zum Beispiel das Schließen einer Wunde, enthalten. Das nennt man das sogenannte Zielleistungsprinzip.