Amalgam, Abrasion oder Aufbaufüllung

Abrasion

Unter dem Begriff Abrasion versteht man die Abnutzung, bzw. Abreibung der Zahnhartsubstanz, die durch Knirschen oder Pressen ausgelöst wird. Somit bezeichnet Abrasion den Verlust von Zahnhartsubstanz, der durch Reibung oder aber Abkauen des Zahnschmelzes verursacht wird. Die Abrasion entsteht entweder durch krankhafte Kieferbewegungen, oder aber durch normale Kaubewegungen und gründliches Zähneputzen. Als pathologische Ursachen sind häufiges das Pressen oder das Aufeinanderschlagen von Ober- und Unterkiefer, sowie Zähneknirschen zu nennen. Diese Art unwillkürlicher Bewegungen findet zumeist nachts während des Schlafens statt und kann Auslöser für muskuläre Probleme und Kopfschmerzen sein. Bei sehr starker Abrasion erstellt der Zahnarzt in einigen Fällen sogar die Diagnose einer Funktionsstörung.

Abszess

Ein Abszess ist eine abgeschlossene Ansammlung von Eiter, die durch Keime entstanden ist. Meist handelt es sich bei einem Abszess (lat.: abscessus) um eine auftretende Erkrankung auf der Haut, bei der sich Eiter bildet. Meist sind Bakterien wie Streptokokken oder Staphylokokken die Ursache für den auftretenden Abszess. Erkennbar ist die betroffene Region meist durch Rötungen, Spannungsgefühl und eine damit verbundene Schwellung geprägt. Nicht immer ist das Auftreten eines Abszesses auch mit Schmerzen verbunden. Herumdrücken oder Ausquetschen sollte Tabu sein, um nicht in den natürlichen Verlauf des Heilungsprozesses einzugreifen. Außerdem kann es so durch eindringende Keime zu weiteren Infektionen kommen.

Abutment

Der Begriff Abutment stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Stützpfeiler, Einheilpfosten, Verankerung, es handelt sich also sozusagen um einen ‚künstlichen Zahnstumpf‘. Benötigt wird das Abutment, um eine Verbindung zwischen der Suprakonstruktion, beispielsweise einer Krone und dem Implantat herstellen zu können. Die meisten Abutments bestehen aus Titan, Aluminiumoxidkeramik oder Zirkondioxidkeramik. Die Wahl des Materials liegt beim Patienten, um eventuelle Überempfindlichkeitsreaktionen auszuschließen.

Adhäsivtechnik

Die Adhäsivtechnik wird auch als Schmelz-Dentin-Adhäsivtechnik oder Ätztechnik bezeichnet. Anwendung findet sie beim Einsetzen von zahnfarbenen Füllungen und beim Befestigen von Kronen/ Brücken etc. Dank ihr entsteht zwischen Zahn und dem Füllungsmaterial eine feste Verbindung. Mit der Adhäsivtechnik wird die Zahnoberfläche mit einer verdünnten Säure behandelt, um die Oberfläche zu vergrößern. Bevor das eigentliche Zahnfüllmaterial zum Einsatz kommt, wird ein Haftvermittler aufgetragen. Dank der so entstehenden chemischen Reaktion ist die Verbindung zwischen Zahn und Füllmaterial besonders stark.

Airflow

Beim so genannten Airflow handelt es sich um ein Pulver-Wasserstrahl-Gerät, das zur Entfernung von Ablagerungen und Verfärbungen (z.B. durch Nikotin, Tee, Kaffee, Rotwein o. Ä.) an den Zähnen benutzt wird. Pulverförmiges Natriumcarbonat wird hierbei einem unter Druck stehenden Luft-Wasser-Gemisch zugefügt. Da der Zahnschmelz bei dieser Methode nicht angegriffen wird und sich das Ergebnis durchaus sehen lassen kann, werden Airflow-Behandlungen oftmals im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung angeboten.

Alloplastisches Material

Als alloplastische Materialien bezeichnet man alle körperfremden Materialien wie Metalle, Kunststoffe oder Keramik, die zum Substanzaufbau verwendet werden. Faktoren wie Festigkeit, Elastizität, Oberflächenbeschaffenheit und/oder Farbe spielen eine große Rolle bei der Wahl des Materials. Die alloplastischen Materialien werden stets strengstens kontrolliert und auf Biokompatibilität getestet.

Alveole

Der Begriff Alveole, vom lateinischen alveolus = kleine Mulde, bezeichnet eine Vertiefung im Ober- und Unterkiefer. Häufig wird diese Vertiefung auch Zahnfach genannt. In der Alveole befinden sich neben der Zahnwurzel auch die Alveolanerven. Zahnwurzel und Nerven bilden zusammen den so genannten Halteapparat des gesamten Zahnes.

Alterungsrückstellungen

Die Altersrückstellungen für Zahnzusatzversicherungen teilt sich in zwei Modelle der Beitragskalkulation. Tarife, die Alterungsrückstellungen bilden und Tarife die auf Altersrückstellung verzichten.

Ohne Alterungsrückstellungen

Hier wird zu Vertragsbeginn der Beitrag Ihrem Alter zugeordnet. Bei jungen Menschen fallen meist keine hohen Zahnrechnungen an, dadurch sind die Beiträge günstig. Im zunehmenden Alter, steigt meist auch die Anfälligkeit Ihre Zähne. Um diese steigenden Kosten aufzufangen, steigt der Versicherungsbeitrag Ihrem Alter entsprechend, z.B. alle 5 Jahre oder jährlich an.

Mit Alterungsrückstellungen

Bei dieser Art der Kalkulation wird ein Teil der Beiträge für später steigende Kosten aufgehoben. Eine Beitragssteigerung ist somit nicht nötig und die Tarifkosten bleiben für Sie konstant. Zu Vertragsbeginn sind diese Tarife etwas teurer aber auf lange Sicht betrachtet meist kostengünstiger.

Amalgam

Bei Amalgam handelt es sich um eine Quecksilberlegierung, die als Füllung von Zahnschäden benutzt wird. Heutzutage besteht eine Amalgamfüllung aus 50% Quecksilber und einer Feilungsmischung, die sich aus mindestens 40% Silber, maximal 32% Zinn, maximal 30% Kupfer, maximal 5% Indium, maximal 3% Quecksilber und maximal 2% Zink zusammensetzt. Aus ästhetischen Gründen wird diese jedoch nur noch bei den nicht sichtbaren Backenzähnen verwendet. Die Kosten einer Amalgamfüllung übernimmt die Krankenkasse zu 100 Prozent. Amalgam ist besonders haltbar und preisgünstig im Gegensatz zu anderen Füllkunststoffen. Da Amalgam immer wieder unter Verdacht gerät, gesundheitliche Probleme auszulösen oder zu verstärken, darf es weder bei Schwangeren noch bei Nierenkranken angewendet werden. Auch bei Kindern soll es nur in Ausnahmefällen als Füllmaterial eingesetzt werden.

Amalgamausleitung

Durch eine Amalgamausleitung soll der Körper von Quecksilber, welches sich im Amalgam befindet, gereinigt werden. In der Regel geschieht dies mittels der Einnahme von Medikamenten über einen Zeitraum von etwa 3 bis 4 Wochen. Durch die Medikamente sollen die Giftstoffe im Körper gebunden werden, um dann über die Nieren ausgeschieden zu werden.

Aminfluorid

Aminfluoride finden in der Zahnheilkunde hauptsächlich in Zahnpasten Anwendung, um die Zähne vor Karies zu schützen. Das Aminfluorid lagert sich durch seine tensidartige Struktur besonders gut an der Zahnoberfläche ab und bildet so einen Schutzfilm, der die Bildung von Karies am Zahnschmelz verhindert.

Ankerzahn

Ankerzahn wird ein gesunder eigener Zahn genannt, an dem festsitzender oder herausnehmbarer Zahnersatz befestigt wird. An den Ankerzähnen können so Brücken oder Prothesen verankert werden. Da Ankerzähne mehr belastet werden, weil sie auch Kaudrücke der fehlenden Zähnen aufnehmen müssen, sind nicht alle Zähne als Ankerzahn geeignet. Die Unterkieferfront sowie die Weisheitszähne oder die Oberkiefer Prämolaren eigenen sich beispielsweise wenig als Ankerzähne.

Antagonist

Als Antagonist wird in der Zahnmedizin der jeweils einem Zahn gegenüberliegende Zahn im Gegenkiefer bezeichnet. Die Antagonisten der Oberkieferzähne liegen im Unterkiefer und umgekehrt. Die Antagonisten kann man noch in Hauptantagonisten und Nebenantagonisten unterteilen. Hauptantagonist ist der Zahn bezeichnet, der jeweils den großflächigsten Kontakt mit dem gegenüberliegenden Zahn hat. Die Nebenantagonisten befinden sich im Oberkiefer mesial vom Hauptangonisten, im Unterkiefer distal.

Apikal

Im Gegensatz zum koronalen Befund liegt der apikale Befund im Bereich der Zahnmedizin an der Wurzelspitze vor oder weist zur Wurzelspitze hin. Oft ist auch die Rede vom apikalen Wurzeldrittel. Der Wurzelgrund wird als apikale Basis bezeichnet, in welchem die Zahnwurzeln eingebettet sind. Zu den Krankheitserscheinungen in diesem Bereich sind die apikale Ostitis (Wurzelspitzenentzündung), die apikale Parodontitis (Entzündung des Zahnbettes an der Wurzelspitze) und das apikale Granulom (geschwulstähnliche, knötchenförmige Neubildung aus Granulationsgewebe mit der möglichen Folge von Zahnverlust) zu zählen.

Approximalraum

Approximalraum ist der zahnmedizinische Fachbegriff für den Zwischenraum zwischen zwei nebeneinander stehenden Zähnen. Durch das herkömmliche Zähneputzen können die Approximalräume nicht gereinigt werden, sie benötigen eine spezielle, gründliche Reinigung, zum Beispiel mit Hilfe von Zahnseide oder einem Interdentalbürstchen. Der Approximalraum ist durch die erschwerte Reinigung eine bevorzugte Stelle für Bakterien, durch die Karies oder Zahnfleischprobleme entstehen können.

Artikulator

Beim Artikulator handelt es sich um ein Gerät, mit dem die Bewegungen des Kiefers veranschaulicht und simuliert werden. Häufige Anwendung findet er bei der Anwendung von Zahnprothesen. Setzt man Gipsmodelle des Ober- und Unterkiefers des Patienten in das Gerät ein, so kann eine dreidimensionale Bewegung des Kiefers dargestellt werden. Ein Artikulator kann sich in seiner Justierung unterscheiden. Den häufigsten Gebrauch finden die Mittelwertartikulatoren. Dieser Artikulator wird im Vorhinein fixiert und ist anschließend nicht mehr individuell einstellbar.

Aufbaufüllung

Eine Aufbaufüllung wird dann notwendig, wenn der sichtbare Teil eines Zahnes (Zahnkrone) teilweise gebrochen oder ausgehöhlt ist. Gibt die Aufbaufüllung der Krone eine bessere Stabilisierung auf dem beschliffenen Zahnstumpf, so hat sie gleichzeitig eine Materialersparnis zur Folge.

Zum Einsatz kommt die Aufbaufüllung dann, wenn die verbliebene Zahnsubstanz das Anbringen einer Krone, Teilkrone oder Brücke verhindern würde. Es handelt sich bei der Aufbaufüllung also meist um einen Stumpfaufbau. Fehlende, weggebrochene Zahnteile können so gleichfalls wieder aufgebaut werden. Der Aufbau geschieht starr als gegossener Aufbau oder Stiftaufbau. Plastischer Aufbau wird durch Glasionomerzemente oder Kunststoffkomponenten erreicht. Außerdem dient die Aufbaufüllung dazu, das Zahnbein (Dentin) durch Versiegelung zu schützen.

Aufbiss-Schiene

Eine aus Kunststoff gefertigte Schiene, die an den individuellen Kauapparat angepasst ist. Zum Schutz der Zähne vor Abrieb durch Zähneknirschen oder –pressen (auch Knirschschiene).

Augmentation

Der Begriff Augmentation (lat. Zuwachs, Vermehrung ) bezeichnet den Aufbau oder die Rekonstruktion von fehlendem, zurückgebildetem oder beschädigtem körpereigenem Weichteilgewebe. In der Medizin wird er für die Wiederherstellung verloren gegangener oder zur Schaffung neuer Knochensubstanz benutzt und wird im Rahmen von implantologischen und prothetischen Maßnahmen eingesetzt. In der plastischen Chirurgie sind Beispiele für die Augmentation der Knochenaufbau des Kiefers (Knochenaugmentation), sowie die Augmentation des Kinns oder der Wangen.

 

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